| INHALT | SIE WAREN NICHT IMSTANDE ZU BEANTWORTEN |
||||||||
Ihlâs Stiftung Band –7 |
|||||||||
von Ishak Effendi aus Harput,
Verlag:
Vorwort Satz
und Druck: Die religiösen Ausdrücke in diesem Buch sind in der deutschen Sprache angegeben. Um den Lesern zu ermöglichen, islamische Bezeichnungen zu lernen, ist ein Glossar dargestellt. Es würde geschätzt, bei religiösen Ausdrücken im Glossar nachzuschlagen. Die islamischen Bezeichnungen, wofür es keine deutsche Ausdrücke gibt, sind als Original verwendet, und im Text oder im Glossar erklärt worden. Es ist zu empfehlen, bei islamischen Bezeichnungen die Buchstabe S mit dem Zeichen (-) als stimmlose “s” (Z.B.: Souvenir; Salât), die Vokalen mit dem Zeichen (^) lang (Z.B.: Mewlânâ), die Doppelkonsonanten (außer “ss” ohne Zeichen) einzeln (Z.B.: Muhammed: Muham-med), den Buchstaben “h” in der Wortmitte und am Ende wie zum Anfang (Z.B.: Allah) auszusprechen. Den
Buchstaben “ý” gibt es nicht im deutschen Alphabet. Er sollte wie der
zweite Vokal im englischen Wort “mirror” ausgesprochen werden; z.b.
Imam-ý Asam Ebu Hanife. Neben
dem Glossar sind auf die Zeitrechnung der Gebete, die beim Verrichten zu
rezitierende Gebete, die islamischen Wissenschaften, die
Gelehrtheitsstufen, Gattungen der islamischen Gelehrten und die Grußgebete
bzw. die rituellen Wünsche und Verehrungsäußerungen hingewiesen. Es
würde geschätzt, dieses Buch in Orginal, oder in irgendeiner
Fremdsprache übersetzt, zu reproduzieren. Wir wären immer dankbar, wenn
man solch eine gute Tat vollbringen würde. Mögen diese Wohltäter im
Dies- und Jenseits glücklich werden! Es wird gebeten, beim Druck möglichst
beste Papierqualität zu beachten und eventuelle Druckfehler besonders bei
islamischen Ausdrücken zu beseitigen. ANMERKUNG:
Die Missionare bemühen sich um das Christentum zu verbreiten, die Juden
verbreiten die falschen Worte der Rabbiner, der Hakikat Verlag, in
Istanbul, bemüht sich um den Islam zu verbreiten und der Eifer der
Freimauerer ist es, die Religionen zu vernichten. Diejenigen, die Verstand
und Wissen besitzen und gerecht sind, werden erkennen welche von diesen
der Wahrheit entspricht und sich für ihre Verbreitung einsetzen. Somit
werden sie zum Anlass des Glückes aller Menschen. Dies ist der
wertvollste und nützlichste Dienst für die Menschheit.
2000
1378
1421 1 ALLAH, dem
Erhabenen, sei Dank! Friede und Segen ALLAHs, der Erhabenen, sei mit
SEINEM vorzüglichsten Propheten Muhammed, und mit Seiner reinen Familie
und all Seinen gerechten und treuen Gefährten. Von dem ersten
Menschen bzw. Propheten Adam an, Friede sei mit ihm, hat ALLAH, der
Erhabene, alle Jahrtausende den Menschen durch die Propheten Religionen
verkündet. Durch diese hat ER den Menschen den Weg gezeigt, den sie gehen
sollen, damit sie im Dies- und Jenseits glücklich sein dürfen. Die
Propheten, durch welche je eine neue Religion verkündet wurde, heißen Ressul.
Die größten Propheten heißen Ülül’asm.
Diese sind: St. Adam, St. Noah, St.
Abraham, St. Moses, St. Jesus, St. Muhammed, Friede sei mit ihnen. Heute gibt es
auf der Welt drei himmlische Religionen mit heiligen Büchern: Judentum,
Christentum und Islam. Die
heilige Thora wurde Moses, das heilige Evangelium Jesus, Friede sei mit
ihnen, herabgesandt. Die Juden sagen, daß sie der Religion Moses folgen
und ebenfalls die Christen der Religion Jesus, Friede sei mit ihnen. Der heilige
Koran wurde Muhammed, dem letzten Propheten herabgesandt, Friede sei mit
Ihm. Der heilige Koran hat die Urteile aller himmlischen Bücher ungültig
gemacht und in sich vereinigt. Somit sollten alle Menschen dem heiligen
Koran folgen. Es gibt heute in keinem Land die wahre Thora und das wahre
Evangelium. Diese heiligen Bücher sind im nachhinein von den Menschen verändert
worden. Von dem ersten
Propheten Adam, Friede sei mit ihm, bis zum letzten Propheten Muhammed,
Friede sei mit Ihm, haben alle Propheten denselben Glauben verkündet, nämlich
gefordet, daß ihre Gemeinschaften an die gleichen Grundsätze glauben
sollten. Die Juden glauben an St. Moses und nicht an Jesus und Muhammed,
Friede sei mit Ihm. Die Christen glauben an Jesus und nicht an Muhammed,
Friede sei mit ihnen. Die Muslime dagegen glauben an alle Propheten und,
daß die Propheten vorzüglicher als alle anderen Menschen sind. Die wahre
Religion des heiligen Propheten Jesus, wurde nach kurzer Zeit von seinen
Feinden verändert. Ein Jude namens Paulus vernichtete das heilige
Evangelium, das ALLAH, der Erhabene, St. Jesus, Friede sei mit ihm,
herabgesandt hatte, indem er sich angeblich zum Christentum bekehrte und
es scheinbar verbreitete. Später wurde die Lehre von der Dreieinigkeit in
das Christentum eingeführt. So wurde ein Gottvater - Sohn - Heiliger
Geist - Glauben gegründet, welches der Vernunft und der Logik
widerspricht. Da das wahre Evangelium vernichtet wurde, haben manche
Personen selbst Evangelien verfaßt. Das ökumenische Konzil von Nizäa,
das sich 325 n.Chr. versammelte, erklärte 50 von 54 Evangelien für ungültig.
Die anerkannten vier Evangelien waren diejenigen, die von Matthäus,
Markus, Lukas und Johannes verfaßt wurden. Die Lügen von Paulus und die
Lehre der Dreieinigkeit von Platon wurden in diese Evangelien eingeführt.
Obwohl ein Apostel namens Barnabas alles, was er von dem heiligen
Propheten Jesus gehört und gesehen hatte, richtig niederschrieb, wurde
dieses Evangelium “Barnabas” ebenfalls vernichtet. Konstantin der
Große, war ein Götzendiener und bekehrte sich 313 n.Chr. zum
Christentum. Er rief 325 Geistliche zusammen und befiel, alle Evangelien
zu vereinigen und ein Evangelium zu verfassen. Diese aber erkannten vier
Evangelien an. Jedoch waren viele Angelegenheiten vom Götzendienst in
diese eingeführt worden. Er akzeptierte Weihnachten als Jahresbeginn und
so wurde das Christentum zur Staatsreligion. [Im Evangelium stand, daß
ALLAH, der Erhabene, einzig ist.] Atnas, der Bishof von Konstantinopel,
war für die Dreieinigkeitslehre. Obwohl ein Geistlicher namens Arius äußerte,
daß die vier Evangelien falsch waren und daß es nur einen Gott gibt und
St. Jesus, Friede sei mit ihm, nicht Gottessohn, sondern Gottesdiener und
-Gesandter ist, glaubten sie ihm nicht. Sie exkommunizerten ihn. Obgleich
Arius den Glauben der Gotteseinigkeit veröffentlichte, lebte er nicht
lange. Die Anhänger Atnas und Arius kämpften Jahre lang miteinander.
Danach versammelten sich viele Konzilen und es wurden viele neue Veränderungen
vorgenommen. 446 nach der
Hedschra (1054 n.Chr.) trennte sich die Ostkirche von der römischen
Kirche. Die Anhänger der römischen Kirche wurden Katholiken und die Anhänger
der Ostkirche Orthodoxen genannt. Martin Luther,
ein deutscher Reformator, erkannte im 16. Jahrhundert den Papst Leon X.
nicht an. 923 (1517 n.Chr.) gründete er den Protestantismus. Er
verachtete auch den Islam. Martin Luther und Calvin veränderten die
Evangelien weiter. Auf diese Weise enstand eine Religion, die der Vernunft
und der Wahrheit widerspricht. Durch die
Zivilisation der Muslime aus Andalusien begann eine Renaissance-Bewegung
in Europa. Die europäischen Jugendlichen, die die Wissenschaften von den
Muslimen erlernten, lehnten sich gegen das Christentum, die der Vernunft
widersprechende Religion, auf. Die gegen das Christentum gerichteten
Angriffe können nicht gegen den Islam gerichtet werden, denn der Islam
besteht seit dem ersten Tag der Verkündung mit all seiner Reinheit und
Unverfälschtheit. Der Islam enhält keine Gedanken und keine Kenntnisse,
die der Vernunft, der Logik und der Wissenschaft widersprechen. Der
heilige Koran ist, seitdem es herabgesandt wurde, dasselbe heilige Buch
ohne Veränderung, sogar in seinen Buchstaben blieb es unversehrt. Um das
Christentum zu verbreiten, gründeten die Europäer missionarische
Gesellschaften. Die Briten gingen dabei voran. Die Kirche und die
missionarischen Gesellschaften, die hinsichtlich der Wirtschaft die mächtigsten
Organisationen auf der Welt waren, begannen unbegreifliche Missetaten zu
begehen. Sie eröffneten erbitterte Feindseiligkeiten gegen den Islam, um
das Christentum in islamischen Ländern auszubreiten. Tausende von
christlichen Büchern, Zeitschriften und Broschüren schickten sie in alle
islamische Länder. Diese Veröffentlichungen werden heute noch durch die
Post in unser Land an die vorhererkundigten Adressen auswärtig verteilt.
So verderben sie den Glauben der leichtgläubigen Menschen. Die islamischen
Gelehrten gaben all denjenigen, welche die dem Islam widersprechenden
Gedanken, Ansichten, Philosophien und Glauben besaßen, unanfechtbare
Antworten. Und sie beweisen dabei die Unstimmigkeiten und Widersprüche
des Christentums. Ferner teilten sie mit, daß es nicht zuläßig ist, den
veränderten himmlischen Büchern zu folgen, deren Urteile verändert bzw.
ungültig wurden. Sie erklärten, daß man Muslim bzw. Muslime sein
sollte, um auf der Welt in Ruhe und Frieden zu leben und im Jenseits das
ewige Glück zu erlangen. Die christlichen Geistlichen konnten keine
Antwort auf die Bücher der islamischen Gelehrten geben. Die islamischen
Gelehrten haben viele Bücher geschrieben, die beweisen, daß die alten
Religionen nicht mehr gültig sind. Unter diesen Büchern sind Tuchfet-ül-erîb
(Befriedigung der Bedürfnisse), Geständnisse
von Hempher, einem britischen Spion, Sie waren nicht imstande zu
beantworten, Ishar-ül-hak (Äussern des Rechten),
Es-sýrât-ül-müstekîm (Der rechte Weg), Isâh-ul-merâm (Erklärung des Zwecks), Misan-ül-mewâsin (Maß der Maße), Irschad-ül-hijara (Erleuchtung derjenigen, die sich wundern),
Er-redd-ül-dschemil (Die vernünftige Erwiderung; französische Übersetzung:
Réfutation Excellente) sind berühmt. Das Buch “Sie waren nicht
imstande zu beantworten”, dessen türkischen Original namens “Dija-ül-kulûb”
von Ishak Effendi, einem islamischen Gelehrten aus Harput[1],
verfaßt wurde, erwidert besonders die Verleumdungen und Angriffe der
protestantischen Geistlichen gegen den Islam. Dieses Buch, dessen erste
Auflage 1293 (1876 n.Chr.) in Istanbul erschien, haben wir unseren
wertvollen Lesern 1987 dargesellt, indem wir es vereinfachten. Die
Erkenntnisse, die wir aus anderen Büchern entnahmen, haben wir in eckigen
Klammern gesetzt. In betreffenden Stellen dieses Buches, wie man erfahren
wird, konnten die christlichen Geistlichen die Fragen nicht beantworten,
die man ihnen stellte. Deswegen haben wir unserem Buch den Titel “Sie
waren nicht imstande zu beantworten” gegeben. Die Bibel von heute
enthält Texte, die der Vernunft, der Wissenschaft und der Ethik
widersprechen. Die Bücher der islamischen Gelehrten dagegen tragen der
Wissenschaft und der Zivilisation bei und sind überall in den
Bibliotheken der Welt reichlich vorhanden. Man darf sich nicht
entschuldigen, um die Wahrheit zu wissen; das gilt besonders für die
Menschen unserer Zeit. Diejenigen, die eine andere Religion außer dem
Islam, der Religion St. Muhammeds, Friede sei mit Ihm, suchen, werden sich
nicht von Schicksalschlägen im Jenseits befreien können. Während wir in
unserem Buch die heiligen Verse übersetzen, deuten wir sie singemäß.
Diese Übersetzungen sind die Bedeutungen, die von den Gelehrten für
Koranauslegung mitgeteilt worden sind. Denn die Bedeutungen der heiligen
Verse hat nur der heilige Prophet verstanden und Seinen Gefährten durch
seine heiligen Sprüche (Hadithe) erklärt. Die Gelehrten für
Koranauslegung haben diese heiligen Hadithe von denen, die von Heuchlern,
Atheisten und Glaubensabtrünnigen erfunden worden sind, unterschieden und
falls sie irgend eine betreffende Hadith nicht finden konnten, haben sie
sie nach der Wissenschaft für Koranauslegung gedeutet. Die Deutungen
derer, die nur arabisch können, aber keine Ahnung von der Wissenschaft
der Koranauslegung haben, darf man nicht als Koranauslegung annehmen.
Deswegen wurde mit einer heiligen Hadith mitgeteilt: Wer
den heiligen Koran nach seiner Meinung deutet, wird ungläubig. ALLAH, der Erhabene, möge uns allen ermöglichen, dem heiligen Propheten Muhammed, Friede sei mit Ihm, dem Herrn im Dies- und Jenseits zu folgen. ER beschütze uns, sich von Missionaren und besonders von den Zeugen Jehovas genannten Verirrten und durch deren Gesinnung und Propaganda zu täuschen. 2 Lob
und Preis gehört nur ALLAH, dem Erhabenen, dem einzigen absoluten
unendlichen Wesen. Alle Ordnungen und alle Schönheiten im Weltall sind je
eine Erscheinung aus der Schöpfung SEINER Allmacht. SEIN unendliches
Wissen und SEINE Allmacht erscheinen je nach ihren Eigenschaften an den
Geschöpfen. Alles Wesen ist ein Tropfen aus SEINER Allwissenheit und
Allmacht. ER ist einzig und ohnegleichen. ER ist die einzige Zuflucht für
alle Geschöpfe. ER ist frei von allen menschlichen Eigenschaften bzw. von
der Vaterschaft und dem Sohnessein. Der 23. heilige Vers der Sure Haschr
(Die Auswanderung) lautet: Er ist
ALLAH, außer dem es keinen Gott gibt; Er ist der absolute Herrscher, der
Hocherhabene, der Vertrauenswürdigste, der Allerbarmer, der Allbeschützer
und der Allmächtige. [Wenn die Menschen etwas tun wollen, erschaff ER
es, wenn ER es auch will. ER ist der Allerschöpfer. Niemand außer IHM
kann etwas erschaffen. Niemanden außer IHM darf man Erschöpfer nennen.
Damit die Menschen auf der Welt in Ruhe und Frieden leben und im Jenseits
das ewige Glück erlangen, hat ER ihnen den rechten Weg zur Befreiung
gezeigt und gebietet, diesen Weg zu gehen. Die Erhabenheit und Allmacht
gehört nur IHM.] Eine heilige Mitteilung besagt: ALLAH,
der Erhabene, ist frei von allen Ungläubigkeiten und Verleumdungen der Götzendiener. Friede
und Segen sei dem letzten Propheten Muhammed, dem Gesandten ALLAHs, des
Erhabenen, dessen heiliger Grab ein Paradiesgarten ist. Diesem heiligen
Propheten wurde der heilige Koran herabgesandt, damit der Glaube erkannt
wird und um die Menschheit von der Finsternis der Unwissenheit zu retten.
Der 64. heilige Vers der Sure Âl-i Ýmran (Haus Ýmran) berichtet: Sprich:
Ihr Schriftbesitzer (Juden und Christen), kommt auf Wort zu einer
Vereinbarung zwischen uns: Wir wollen ALLAH allein als Gott verehren und
ihm kein anderes Wesen gleichsetzen, auch keinen von uns außer ALLAH vergöttern
und als unseren Schöpfer anerkennen. Weigern sie sich, so sprecht: Seid
wenigstens Zeuge, daß wir wahrhaft gottergeben sind. Dem heiligen
Prophet wurde befohlen, der Wahrheit dieses himmlischen Gebotes zu folgen. Friede
und Segen sei den Familienangehörigen und Gefährten des heiligen
Propheten. Sie sind je ein Stern der Rechtleitung, die den Weg zur Rettung
weisen. ALLAH, der Erhabene, ist mit ihnen zufrieden. Jeder von ihnen hat
sich und sein Vermögen für den Islam geopfert, um das Einheitsbekenntnis
(Kelime-i Tewhîd) überall auf der Welt zu verkünden. Wenn
man aus dem Weltall eine Lehre zieht, wie alle Vernünftigen es deutlich
sehen können, kann man begreifen, daß alle Vorgänge im Weltall nach den
Naturgesetzen geschehen. Daß es unbedingt einen Allerschöpfer, der diese
Naturgesetze geschafft hat, geben muß, und daß dieser Allerschöpfer
ALLAH, der Erhabene, ist, versteht jeder Vernünftige. So ist ALLAH, der
Erhabene, das einzige, absolute, ewige, unerklärliche, unerläßliche
Wesen. Alle Erhabenheit gehört IHM. In SEINER Wesenheit, bei SEINEN
Eigenschaften und bei SEIM Tun ist ER einzig. ER ist ohnegleichen. ALLAH,
der Erhabene, ist alleinig, unendlich, ewig, hat keinen Anfang und kein
Ende. ER ist frei von allen Vergänglichkeiten und Veränderlichkeiten.
Alles außer IHM ist vergänglich und veränderlich. ALLAH, der Erhabene,
dagegen ist unvergänglich und unveränderlich. SEINE Einigkeit,
Allwissenheit und SEINE Allmacht ändert sich niemals. Der
Mensch, dem die Vernunft verliehen ist, begreift als ein unter anderen
Geschöpfen auserwähltes Wesen, seit seinem Bestehen, daß ALLAH, der
Erhabene, da ist. Diese Wahrheit wurde in jeder Religion bzw. in jedem
Glauben unterschiedlich erklärt. Weil die Menschen hinsichtlich der
Geistesgabe unterschiedlich sind, haben sie sich IHN nach ihrer
Naturanlage, nach ihrem Wissen und Glauben unterschiedlich vorgestellt.
Denn der Mensch kann das, was er aufgrund seiner ungenügenden Geistesgabe
nicht begreift und nicht weiß, vermuten, wie er es sich vorstellt. Jedoch
sind die meisten derer, die behaupten, die Wahrheit erkannt zu haben, aus
Aberglauben in Mazdaismus, Götzendienst oder ähnliches geraten, was zu
dem Unglauben zählt. Da
der Mensch durch seine fehlbare Vernunft den Allerschaffer nicht erkennen
kann, hat ALLAH, der Allerbarmer, in jedem Jahrhundert jedem Volk
Propheten gesandt. So hat ER die Wahrheit den Menschen gelehrt. Die
Rechtschaffenen haben sich gerettet und das Glück im Dies- und Jenseits
erlangt, indem sie geglaubt haben. Die Ungehorsamen dagegen hat das Unglück
getroffen, indem sie sich widersetzt und verleugnet haben. Jeder
Prophet wurde in einem anderem Jahrhundert, einem anderen Volk mit
unterschiedlichen Lebensgewohnheiten gesandt. Während jeder Prophet die
Menschen die Existenz und Einheit ALLAHs, des Erhabenen lehrte,
unterrichtete er sie zugleich über die bestimmten Vorschriften und
Anbetungen, deren Einhalten das Glück im Dies- und Jenseit verursachte. Nach
den Historikern wurde Moses, Friede sei mit ihm, 1650 v.Chr. als Prophet
gesandt. Der heilige Prophet Moses, lehrte die Kinder Israels die Existenz
und Einheit ALLAHs, des Erhabenen und andere Glaubenserkenntnisse, die die
vorausgesandten Propheten wie St. Adam, St. Noah, St. Ýdrîs, St.
Abraham, St. Isaak und St. Jakob ihren Völkern auch erklärten. Er
versuchte die Kinder Israel vom Götzendienst zu schützen, indem er die
unentbehrlichen Verpflichtungen und die Vorschriften der Handlungen überall
verkündete. Nach der Zeit des heiligen Propheten Moses, Friede sei mit
ihm, gerieten die Kinder Israel auf Irrwege und in Plagen. Denn sie verließen
die Glaubensgrundsätze, über die der heilige Prophet Moses sie
unterrichtete. Darauf sandte ALLAH, der Erhabene, den Kindern Israel St.
Jesus, Friede sei mit ihm, als Prophet. Der heilige Prophet Jesus lehrte
die Menschen das Einheitsbekenntnis ALLAHs, des Erhabenen, und andere
Glaubensgrundsätze, verstärkte die Religion des Propheten Moses und
versuchte, die Verirrten, die auf Irrwege gerieten, zu retten. Nach
der Zeit des Propheten Jesus gingen seine Anhänger in die Irre, wie die
Kinder Israel. Nachher verfaßten sie Tag für Tag neue Evangelien und Bücher
über das Christentum. In verschiedenen Orten versammelten sich
verschiedene Konzile, deren Urteile, einander widersprachen. Auf diese
Weise enstanden zweiundsiebzig verschiedene Sekten. Sie verließen das
Einheitsbekenntnis und die Religion des heiligen Propheten Jesus. Die
meisten von ihnen wurden Götzendiener und Atheisten. Somit sandte ALLAH,
der Erhabene, SEINEN liebsten vozüglichsten heiligen Propheten Muhammed,
Friede sei mit Ihm, allen Menschen als letzten Prophet. Die
meisten Religionsgebote des heiligen Propheten Moses waren die
Vorschriften der Handlungen und die meisten Religionsgebote des heiligen
Propheten Jesus die Erkenntnisse der Sittlichkeitslehre. Der
heilige Koran, der die beiden oben erwähnten Eigenschaften enthält,
wurde als das heilige Buch des Islams, der vollkommensten Religion, dem
heiligen Propheten Muhammed, Friede sei mit Ihm, herabgesandt. ALLAH,
der Erhabene, hat dem ehrwürdigsten heiligen Propheten Muhammed durch den
Engel als Offenbarungen für die ganze Menscheit die Religion Islam verkündet,
die aus erforderlichen Vorschriften der Religion des heiligen Propheten
Moses, Sittlichkeitserkenntnissen der Religion des heiligen Propheten
Jesus und außerdem aus äußerlichen und innerlichen Wahrheiten der
Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft besteht. Die
Lehre von der Einigkeit ALLAHs, des Erhabenen, ist in allen himmlischen
Religionen gleich. Deren Unterschiede sind nur bei Erkenntnissen über
Handlungen und Anbetungen. Die Lehre von der Einigkeit war bis 80 Jahre
nach der Himmelfahrt des heiligen Propheten Jesus unbestritten. Alle seine
Apostel, deren Anhänger und Nachfolger lebten im Einheitsbekenntnis und
so starben sie auch. In den ersten verfaßten Evangelien Matthäus, Markus
und Lukas stand keine Irrlehre, wie die Lehre von der Dreienigkeit.
Danach erschien das Evangelium von Johannes in griechisch. In dieses
Evangelium wurde die Lehre von der Dreieinigkeit von Platon, einem
griechischen Philosophen, eingeführt. Damals diskutierte man an den
alexandrinischen Schulen heftig über die griechischen Philosophien Stoizismus
und Vielgötterei. [Die
Philosophie Stoizismus wurde im 3. Jahrhundert v.Chr. von Zenon, einem
griechischen Philosophen und die Philosophie Vielgötterei von Pythagoras
gegründet. Diese beiden Philosophien werden später noch erwähnt.] Die
Anhänger Platons bevorzugten das Evangelium nach Johannes. Da die
Dreieinigkeit in der Religion des heiligen Propheten Jesus, nicht bekannt
war, lehnten dessen Anhänger diese Lehre heftig ab. So teilten sich Anhänger
der Religion des heiligen Propheten Jesus in zwei Teile. Unter ihnen kam
es oft zu Streitigkeiten und Kämpfen. Zu der Zeit Konstantins, des Großen,
lehnte das ökumenische Konzil, das 325 v.Chr. zusammenkam, das
Einheitsbekenntnis ab und nahm unter Druck Konstantins, der ein Anhänger
von Platon war, die Lehre von der Dreieinigkeit an. Seither verbreitete
sich diese Lehre überall. Die wahren Gläubigen der Religion des heiligen
Propheten Jesus wurden zerstreut und niedergeschlagen. Auf diese Weise
wurde die Religion des heiligen Propheten Jesus verlassen und die
platonische Philosophie anerkannt. Die wahren Gläubigen mußten sich
verbergen, um leben zu können. Statt der Lehre von der Einigkeit wurde
die Lehre von der Dreieinigkeit anerkannt und verstärkt. Die Gläubigen,
die an die Einigkeit ALLAHs, des Erhabenen, glaubten, wurden von Kirchen,
welche die Lehre von der Dreieinigkeit verteidigten, exkommuniziert und später
vernichtet. Nach kurzer Zeit blieb niemand von ihnen übrig. Da Michael
Kirolarius, Erzbischof von Konstantinopel, die Unterdrückung der römischen
Kirche nicht mehr ertragen konnte, lehnte er sich auf. Er kannte nicht an,
daß der Papst in Rom Nachfolger des heiligen Propheten Jeus und
Stellvertreter von Petrus, einem Apostel und dem ersten Papst, sein
sollte. Er widersetzte sich manchen Hauptangelegenheiten der römischen
Kirche wie den Lebensgewohnheiten der Geistlichen. Jedes
Konzil urteilte über die Glaubensgrundsätze ganz verschieden
voneinander. Sie trennten sich von denen, die anders urteilten. So kamen
zweiundsiebzig Sekten zustande. Trotzdem bestand die römische Kirche auf
den Trinitätsglauben. Zu jener Zeit hatten die Herrscher keine Ahnung von
diesen Ereignissen. Sie unterdrückten und beuteten ihre Völker aus. Um
ihre Völker ohne Widerstand unterdrücken und ausbeuten zu können,
nutzten sie die kirchlichen Einflüsse auf die unwissenden Bevölkerung
aus. Die Herrscher handelten so, als ob die Kirche sie orientiert hätte.
Da sich die Kirche der Unwissenheit und der Schwäche der Herrscher
durchaus bewußt war, nutzte sie ihre Regierungsgewalt zu eigenen Gunsten.
Anscheinend regierten die Herrscher; in der Tat aber war die Kirche
absoluter Herrscher in Europa. Zu Beginn des Christentums gingen die Wünsche
der Kirche mit der Zustimmung der römischen Kaiser in Erfüllung. Danach
wuchs der Einfluß der Kirche so, daß die Päpste ihre Kandidaten zum
Kaiser ernennen oder Kaiser absetzen konnten. Weil die Bevölkerung damals
unwissend war, wurde sie zwischen der Begierde der Kirche und der
Grausamkeit der Herrscher unterdrückt. Die Untertanen hielten viele
Unterdrückungen aus. Indem sie es als Gottesgebot betrachteten, mußten
sie es erdulden. So schwebte das ganze Europa zwischen Unwissenheit und
Fanatismus hin und her. Zu
dieser Zeit wurden die islamischen Länder ganz im Gegenteil regiert.
Arabien, Irak, Iran, Ägypten, Turkestan machten unter der Herrschaft der
omaijadischen und abbasidischen Kalifen in jeder Hinsicht materielle und
geistige Fortschritte. [Zu dieser Zeit waren die Muslime wohlhabend und glücklich.]
Unter der Herrschaft der andalusischen Sultanen erlebte Spanien durch die
Kunstwerke der Muslime eine Blütezeit und erreichte somit den Höhepunkt
der Zivilisation. Die Wissenschaft, die Kunst, der Handel und die
Landwirtschaft waren von großer Bedeutung und die Moral herrschte außerordentlich
gut. Nachdem Spanien unter der Herrschaft der Westgoten ein wildes Land
gewesen war, verwandelte es sich unter der Herrschaft der Muslime in einen
Paradiesgarten. Die Wissenschaft und die Industrie verdanken die
Fortschritte in Europa dem Islam. Sie sollten ihre Dankbarkeit dem Islam
gegenüber äußern. Denn die Wissenschaft verbreitete sich zum ersten Mal
von Spanien nach Europa. Im
Mittelalter wurde die Zivilisation in Andalusien hochentwickelt und
breitete sich in Europa aus. Es gab manche begabte Europäer, welche die
blühende Zivilisation in Andalusien begreifen konnten. Diese
Intelligenten übersetzten die Bücher der islamischen Gelehrten in europäische
Sprachen. Aufgrund deren Übersetzungen und Veröffentlichungen erwachte
die europäische Bevölkerung allmälich aus dem Schlaf der Unachtsamkeit.
Endlich erschien Martin Luther in Deutschland und wollte 923 n.H. (1517
n.Chr.) das Christentum erneuern. Er widerstand vielen unvernünftigen
Grundsätzen der römischen Kirche. [Martin Luther, ein deutscher
Reformator, gründete die lutherische Kirche; geboren 1453, gestorben 1546
n.Chr., Er schrieb viele Bücher.] Danach erschien Calvin als Erneuerer
des Christentums. Zum großen Teil bestätigte er Martin Luther, aber
widerstand ihm auch bei manchen Angelegenheiten. Luther und Calvin lehnten
die Glaubens- und Anbetungsangelegenheiten der römischen Kirche ab. Sie
erkannten nicht, daß der Papst Stellvertreter des Apostels Petrus und
Nachfolger des heiligen Propheten Jesus wäre. Die Anhänger von Luther
und Calvin wurden Protestanten genannt. Nach
der Trennung der Ostkirche verlor die römische Kirche ein Drittel ihrer
Anhänger. Und nach der Gründung des Protestantismus verlor sie wiederum
ein Drittel seiner Anhänger. Dadurch gerieten die Päpste in größte
Verwirrung. Sie zwangen die katholischen Könige, Krieg zu führen und die
Protestanten zu besiegen, indem sie sie niedermetzelten. Aber einen Zwang
auf Glauben und Gewissen ausüben ist unmöglich. Daher wirkten sich die
zwangsläufigen Maßnahmen im Gegenteil aus. In England und Amerika
breitete sich der Protestantismus aus. Daraufhin versuchte die römische
Kirche Anhänger der anderen Religionen und wilde Stämme zu
christianisieren, um Einfluß auf die Massen zu gewinnen. Sie gründete überall
auf der Welt katholische Missionarschulen. Um den Katholizismus zu
verbreiten, bildete sie fanatische Priester heran. Sie sandten diese in
Gruppen nach Amerika, Japan, China, Äthiopien und in die islamischen Ländern.
Die Missionare konnten überall, wohin sie gingen, nur manche Unwissende
mit verschiedenen Verheißungen und Vorteilen hereinlegen. Indem sie unter
unwissenden Völkern Söhne gegen ihre Väter und Töchter gegen ihre Mütter
aufhetzten, machten sie sie feindlich gegeneinander. In Ländern, in denen
sie beauftragt wurden, stifteten sie Unruhen und riefen Revolutionen
hervor. Im Laufe der Zeit wurden die Völker und Regierungen durch
Missetaten der Missionare so gestört, daß sie sie aus dem Land
verjagten. In manchen Ländern wurden sie streng bestaft bzw.
hingerichtet. Unter dem Vorwand, den Christentum zu verbreiten, richteten
diese Missionare der Menscheit so viel Schaden an, daß sie die
Feindseligkeit der ganzen Welt verursachten. Besondere Habsucht,
katholischer Fanatismus und Inquisitionsgreuel der römischen Kirche, wie
z.B.: die Bartholomäusnacht, eine Quälerei ohnegleichen in der
menschlichen Geschichte, lassen den Lesern die Haare zu Berge stehen, die
die dazugehörige Geschichtsbücher lesen. Während
die katholische Kirche Missionare heranbildete, um den Katholizismus
auszubreiten, traten die Protestanten auch in Aktion. In verschiedenen
Orten gründeten sie Gesellschaften und investierten hohe Kapitale. [Um
den Islam zu vernichten, wurde in England das Kolonialministerium gegründet.]
Die Protestanten sandten protestantische Bücher, Spione, Agenten und
Missionare überall auf die Welt. Das britische Bibelhaus,
das 1219 n.H. (1804 n.Chr.) gegründet wurde, ließ die Bibel in
zweihundertvier Sprachen übersetzen. Die Anzahl der christlichen Bücher,
die durch diese Gesellschaft gedruckt und verteilt wurden, betrugen bis
zum Jahresende 1872 fast 70 Millionen. Der durch diese Gesellschaft zur
Verbreitung des Protestantismus ausgegebene Geldbetrag für das Jahr 1872
betrug 205 313 britische Goldstücke. [Diese Gesellschaft bekommt heute
noch Aufträge vom Kolonialministerium und gründet in vielen Ländern auf
der Welt Krankenstuben, Krankenhäuser, Konferenzsaale, Bibliotheken,
Schulen, Vergnügünseinrichtungen u.a. Kinos und Tanzlokale und
Sporteinrichtungen um den Menschen den Protestantismus einzuprägen. Ähnliche
Methoden wenden die Katholiken an. Außerdem versuchen sie die Menschen zu
christianisieren, indem sie in armen Ländern den Jugendlichen Arbeitplätze
schaffen und den Leuten Nahrungsmittel geben.] Trotz all dieser Bemühungen
können die Europäer es einsehen, wie lügnerisch, heuchlerisch und
aufwieglerisch diese Missionare und Agenten sind, weil es mehrmals durch
Erfahrung bewiesen wurde. Deswegen haben die Missionare ihr Ansehen
verloren. Die Missionare verteilen die von ihnen selbst veröffentlichten
Bücher [, deren Anzahl sehr hoch ist,] nicht in ihren eigenen Ländern
sondern senden sie kostenlos ins Ausland. Sobald sie gegen die Gesetze
eines europäischen Landes verstießen, durften sie nicht dieses Land
betreten und konnten es dort niemals versuchen, ihre Religion zu
verbreiten. [Die katholischen Missionare dürfen in protestanischen Ländern
den Katholizismus und die protestantischen Missionare in katholischen Ländern
den Protestantismus niemals propagieren.] Jedesmal wenn ein solches
Unternehmen festgestellt wurde, wurden die Missionare aus dem Land durch
polizeiliche Gewalt vertrieben. Diese Missionare wurden in jedem europäischem
Land, wo sie solche Tätigkeiten ausübten, verpönt und verachtet. Die
Missionare [und die vom britischen Kolonialministerum beauftragten
Agenten] wußten genau, die Freiheiten, die das Osmanische Reich den
nichtislamischen Religionen gegeben hatten, völlig auszunutzen. Sie
drangen in Länder ein, die seit Jahren unter der Schutzherrschaft des
Osmanischen Reiches waren. In verschieden Orten gründeten sie Schulen und
täuschten manche Unwissenden, indem sie behaupteten, daß sie Kinder der
Bevölkerung kostenlos heranbildeten, um der Menschheit zu dienen. Da die
Unwissenden in jedem Land die Gebote und Verpflichtungen ihrer Religionen
nicht gut wissen, können sie leicht getäuscht werden. Weil das Vermögen
der protestantischen Gesellschaft sehr groß war, bekamen diejenigen, die
den Protestantismus anerkannten, Monats- und Jahreslöhne. Auserdem
veranlaßten sie, daß die einheimischen Protestanten durch Botschaften
und Konsulaten in verschiedene staatliche Ämter eingesetzt wurden. So
konnten sie manche leichtgläubige christliche Untertanen in Anatolien und
im europäischen Gebiet des Osmanischen Reiches täuschen und zu ihren Anhängern
machen. Aber weil sie diese gegen Geld täuschten, konnten sie sie nicht
ausreichend ausnutzen, wie sie es wollten. ALLAH, den Erhabenen, sei Dank,
daß sie nicht einmal einen Moslem christianisieren konnten, der
wohlbekannt war. In
der türkischen. Bibel, welche die Missionare 1282 (1866 n.Chr.) in
Istanbul druckten, um die Muslime zu täuschen, steht als Bemerkung:
“Dieses Buch ist das verbesserte Exemplar, das vorher von Ali Be¤ übersetzt
und mit Hilfe von Türâbî Effendi gedruckt wurde.” Mit dieser
Bemerkung versuchen sie die Muslime zu täuschen. Wir kennen denjenigen,
der in jener Zeit die Bibel gegen einige Hunderte Goldstücke übersetzte.
Aber es ist uns unbekannt, ob dieser den Protestantismus anerkannte.
Ausserdem gab es damals keinen Zuständigen namens Ali Be¤. Deswegen ist
dieser Name vermutlich erfunden. Denn wenn dieser ein anerkannter Zuständiger
gewesen wäre, müsste sein bekannter Name angegeben worden sein. Türâbî
Effendi dagegen war mit einer Protestantin in Ägypten verheiratet. Kein
Wunder, daß er den Protestanten einen solchen Dienst erwiesen hat. Aber
er schätzte den Protestantismus nicht, sondern deckte alle dessen Häßlichkeiten
auf. Aus diesem Grund ist es unglaubwürdig, daß er einen anderen Glauben
angenommen hätte. Selbst wenn es so wäre, könnte man Türâbî Effendi
nicht zu den wohlbekannten Muslimen zählen. Denn er war nicht ein
wohlbekannter Moslem sondern einer, der als Kind von der Regierung Ägyptens
nach England gesandt wurde, um dort an einer protestantischen Schule
Englisch zu lernen. Daher ist es möglich, daß Türâbî Effendi aufgrund
seiner Schulung gleichzeitig Sympathie für den Protestantismus hatte. Kein
Christ kann behaupten, daß sich ein vernünftiger Muslim, der an
islamischen Schulen ausgebildet und über das Einheitsbekenntnis und die
islamische Wahrheit gelehrt worden ist, zum Christentum bekehrt habe. Wenn
man ein Beispiel dafür zeigt, ist es nötig, zu untersuchen, ob jener
sich gegen Geld, gegen Selbstschutz, gegen ein hohes Amt und dergleichen
zum Christentum bekehrt hat. Einer, der glaubt, daß ALLAH,
der Erhabene, der einzige Gott ohnegleichen ist, darf nicht die Lehre
von der Dreieinigkeit anerkennen. Ein Moslem, der sich viel mit der
Philosophie beschäftigt, kann vom Rechten abirren aber sich nicht zum
Christentum verkehren. Weil der wahre Beschützer des Islam ALLAH, der
Erhabene, ist, besteht nicht die Gefahr, daß die Muslime das Christentum
anerkennen. Man kann sich sogar eine solche Wahrscheinlichkeit kaum
vorstellen. Die vom britischen Kolonialministerium beauftragten Priester
verfassen und verteilen jedoch in unserem Land christliche Bücher
kostenlos, die den Islam für falsch und den Christentum für richtig erklären.
Durch Hinterlistigkeiten und Lügen versuchen sie das Falsche als das
Wahre zu zeigen. Es ist unentbehrliche Verpflichtung für Muslime, die ein
ausreichendes Wissen besitzen, die Lügen und Verleumdungen dieser
Missionare zu beantworten. Die eigentliche Absicht von ihnen ist, den
Islam in Verwirrung zu bringen und Frauen und Männer, Kinder und Eltern
gegeneinander zum Feind zu machen, wie sie es immer und in jedem Land
getan haben. Denn diese glauben, daß die Bibeln von heute Worte ALLAHs,
des Erhabenen, wären, und behaupten, SEINEN Geboten zu folgen. Im 34.und
35. Versen im zehnten Kapitel des Evangeliums Matthäus besagt es:
“Glaubt nicht, daß ich gekommen bin, Frieden in die Welt zu bringen.
Nein, ich bin nicht gekommen, Frieden zu bringen, sondern Streit. Ich bin
gekommen, um die Söhne mit ihren Vätern zu entzweien und die Töchter
mit ihren Müttern und die Schwiegertöchter mit ihren Schwiegermüttern.”
ALLAH, der Erhabene, behüte uns daran zu glauben, daß der heilige
Prophet Jesus, so etwas ausgesprochen hätte. Die Priester, die als
Missionare beauftragt wurden, täuschten die Unwissenden und hetzten sie
auf, gegen den Staat zu rebellieren, indem sie dieser Verfälschung des
Evangeliums folgten. Dadurch
wollten sie, daß der Islam und das Osmanische Reich, als Beschützer des
Islams, in Gefahr geriet. Auf diese Weise stifteten sie Zwietracht und
Feindseligkeit unter den christlichen Untertanen, die unter der
Schutzherrschaft des Osmanischen Reiches glücklich lebten. Seit der
Lebenszeit des heiligen Propheten Muhammed, Friede sei mit Ihm, mischte
sich kein islamischer Staat in die religiöse Angelegenheiten der
Nichtmuslime. Die islamische Staaten kränkten die Nichtmuslime
hinsichtlich der Religion niemals. Besonders das Osmanische Reich gewährte
den Nichtmuslimen unter seiner Schutzherrschaft seit sechs Jahrhunderten
alle Religionsfreiheiten und gab ihnen alle Möglichkeiten, damit sie ihre
religiöse Angelegenheiten erledigten. Diesen Schutz und diese
Gerechtigkeit gebietet der Islam. Diesbezügliche Gebote des heiligen
Propheten stehen im Buch “Herkese
Lâzým Olan Îmân (Islam und Christentum). Deshalb versicherte das
Osmanische Reich all seinen Untertanen, unter dem Schutz des Staates frei
anzubeten und niemals aus diesem Grund verachtet zu werden. Es ist verräterisch
und ekelhaft Heiligtümer der Menschen anzugreifen, besonders wo man als
Gast lebt. Dies darf man nirgendswo auf der Welt für richtig erklären.
Es handelt sich auch um die Verachtungen und Verleumdungen der Feinde, die
sie durch Massenmedien gegen den Islam veröffentlichen. Diese Lügen und
Verleumdungen gelten als Beweismittel, die hinweisen, wie diese Veröffentlichungen
ungerecht und wahrheitswidrig sind. Im türkischen Buch Schems-ül-hakîka
(Sonne der Warheit) werden Angriffe der Missionare gegen den Islam
unwirksam gemacht. In diesem Buch werden viele Angelegenheiten des
Christentums erklärt und viele Fragen gestellt. Diesbezüglich wurde auch
ein Buch namens Ýshar-ül-hak
(Äussern des Rechten) von Rahmetullah Effendi, einem islamischen
Gelehrten aus Indien verfaßt und nachher ins Türkische übersetzt.
Trotzdem spielen die christlichen Geistlichen, als hätten sie keine
Ahnung von der Wahrheit, und veröffentlichen erfundene Bücher und Broschüren,
die voll von Lügen sind. In diesen Büchern wiederholen sie alte Lügen
und Verleumdungen. Sie sind nicht imstande, selbst eine einzige der
Fragen, die durch diese Bücher (Schems-ül-hakîka und Ishar-ül-hak)
gestellt worden sind, zu beantworten. Im
persischen Buch Makâmât-i achjâr
(Ehrenstellen der Wohltäter) steht folgendes: “Pastor Fander war unter
den Christen sehr berühmt. Die missionarische Gesellschaft sandte Fander
mit anderen ausgewählten Pastoren nach Indien. Ihre Mission war, das
Christentum dort zu verbreiten. Diese missionarische Kommision diskutierte
mit Rahmetullah Effendi, einem großen islamischen Gelehrten, in
Anwesenheit sämtlicher Gelehrten und Prominenten 1270 (1854 n.Chr.) im
Monat Rebî-ul-achir und am elften Tag des Monats Redscheb. Die
Diskussionen dauerten sehr lange. Fander und seine Helfer waren nicht
imstande, die gestellten Fragen zu beantworten. Nachdem die britische
Regierung vier Jahre danach Indien besetzt hatte, [unterdrückten sie
Muslime und besonders den Sultan und Geistliche] wanderte Rahmetullah
Effendi nach Mekka ein. 1295 (1878 n.Chr.) kam diese missionarische
Kommission nach Istanbul und begann für das Christentum Propaganda zu
machen. Daraufhin ließ Hayreddîn Pascha[2], Minister Präsident des Osmanischen Reisches, Rahmetullah
Effendi nach Istanbul kommen. Als die Missionare Rahmetullah Effendi vor
sich sahen, gerieten sie durch seine Anwesenheit vollkommen in Verwirrung.
Anstatt zu diskutieren, gingen sie davon. Hayreddîn Pascha erwies diesem
großen islamischen Gelehrten besondere Hochachtung. Er bat ihn ein Buch
zu verfassen und damit hinzuweisen, wie er die Missionare in Verwirrung
gebracht und widerlegt hatte. Er verfaßte vom 16. Tag des Monats Redscheb
bis Ende des Monats Silhidschdsche (innerhalb fünfeinhalb Monaten) das
arabische Buch “Ýshar-ül-hak”
und danach kehrte er in die Stadt Mekka zurück. Hayreddîn Pascha ließ
dieses Buch ins Türkische übersetzen und anschließend beides veröffentlichen.
Dieses Buch wurde in europäische Sprachen übersetzt und in jedem Land
veröffentlicht. Die britische Presse äußerte darüber folgendermaßen:
“Falls man dieses Buch verbreitet, wird das dem Christentum sehr
schaden!” Der Sultan Abdulhamîd II., Kalif aller Muslime, Friede sei
mit ihm, lud Rahmetullah Effendi 1304 (1886 n.Chr.) im Monat Ramdan in
sein Schloß ein und empfang ihn mit großen Ehren. Rahmetullah Effendi
starb 1308 (1890 n.chr.) im Monat Ramadan in Mekka. Mit
Hilfe ALLAHs, des Erhabenen, fangen wir an unser Buch (Sie
waren nicht imstande zu beantworten) zu schreiben. Unsere Absicht ist,
nur unsere Verantwortung zu übernehmen, indem wir die Veröffentlichungen
der protestantischen Missionare beantworten. Unsere christlichen Mitbürger
sind ebenfalls der Meinung, daß die negativen Einflüsse dieser
Missionare beseitigt werden sollten. Ishak Effendi 3 GLAUBENSLICHT DER HERZENIn
einem Buch, das von protestantischen Priestern in Istanbul gegen den Islam
gedruckt wurde, steht folgendermaßen: “Daß das Christentum tugendhaft und überlegen ist, versteht sich, an
seinen Einflüssen, die der Weltherrschaft würdig sind und dadurch, daß
es unter Menschen schnell verbreitet wurde. ALLAH, der Erhabene, hat das
Christentum als eine wahre Religion, die vorzüglicher als andere
Religionen ist, auf die Welt herabgesandt. Weil die Juden das Christentum
verleugneten, gerieten sie in Schicksalschlägen und wurden zerstreut. Das
ist eine offenbare Strafe Gottes. Wenn man behauptet, daß der Islam das Christentum ungültig gemacht hat,
muß man diese Fragen stellen: Ist die islamische Lebensweise verzüglicher
als die Lebensweise des Christentums? Erweckt der Islam bei Menschen größere
Zuneigung im Vergleich zu dem Christentum? Sind die Christen nach der Verkündigung
des Islams in Schicksalschlägen geraten wie die Juden? Im Laufe von drei
Jahrhunderten verbreitete sich das Christentum ohne Gewalt. Der Islam
dagegen hat nach der Hedschra staatliche Gewalt gehabt. Daher ist es
schwer, festzustellen, ob der Islam oder das Christentum eine größere
Zuneigung bei Menschen erweckt. Aber der Prophet Jesus rief die Menschen
drei Jahre lang zum Anerkennen der Religion auf. Viele folgte ihm in
dieser Zeit. Er wählte zwölf Apostel von ihnen aus. In anderer Zeit wählte
er noch siebzig Personen namens “Freudenboten für das Evangelium”
aus. Nachher ließ er hundertzwanzig Personen in einen Ort kommen. Nach Überlieferungen
der Apostel beauftragte der Prophet Jesus, bevor er getötet wurde, 500
Christen, um die Menschen zum Glauben aufzufordern. Das steht in Briefen
von Paulus offensichtlich. In
diesem Buch wird fortgesetzt: Nach der Meinung der arabischen Historiker namens Ibni Ishâk[3], Wâkidî, Taberî, Ibni Sa’d[4] und der anderen waren
Hadidsche, Gattin des Propheten, Sejd bin Hâris, sein Sklave und
Adoptivkind, Ali bin Ebî Tâlib, sein Vetter, Ebû Bekr-î Sýddîk,
Sein treuster Gefährte, und einige von diesem belohnten Sklaven erste
Muslime, die an den Propheten Muhammed glaubten. Die Anzahl der Muslime
war fünfzig bis zum Tag, an dem Omar den Islam anerkannte. Nach einer Überlieferung
bestanden bis dahin die ersten Muslime aus vierzig oder fünfundvierzig Männern
und zehn oder elf Frauen. Im zehnten Jahr des Islam belief die Anzahl der
Muslime, die aufgrund der Feindseligkeit und Grausamkeit der Götzendiener
aus Mekka zum zweiten Mal nach Äthiopien auswanderten, hunderteins, 83
davon waren Männer und 18 Frauen. Wâkidî[5] berichtet in seinem Buch, daß die Anzahl der Muhadschirun[6] beim Kampf Bedr, der 19 Monate nach der Hedschra stattfand,
dreiundachtzig war. Demnach belief sich auf die Anzahl der Menschen, die
an den Propheten Muhammed glaubten, innerhalb von dreizehn Jahren bis
Hedschra nur hundert. Daß die Anzahl der Muslime während der
Auswanderung, Hedschra, dreiundsiebzig Männer und zwei Frauen war, steht
auch in den Geschichtsbüchern. Mit diesem Vergleich kann man feststellen,
ob das Christentum oder der Islam größere Zuneinung bei den Menschen
erweckt. Wenn man die Anzahl der Christen mit der Anzahl der Muslime
vergleicht, glaubten mehr als fünfhundert Gläubige innerhalb von drei
Jahren freiwillig an den Propheten Jesus, während die Anzahl der Gläubigen,
die innerhalb von dreizehn Jahren freiwillig an den Propheten Muhammed
glaubten, hundertachtzig betrug. Danach änderten sich die
Verbreitungsweisen des Christentums und des Islam. Die Gründe dafür,
waren andere Mittel und andere Ursachen. Die wichtigste der Ursachen war,
daß die Gemeinschaft des Propheten Muhammed kriegstüchtig war. Die
Muslime besiegten ihre Gegner, machten Fortschritte und verbreiteten sich
plötzlich. Sonst breitete sich der Islam nicht wie das Christentum, die
eine Zuneigung bei Menschen erweckte, aus. Die ersten Christen dagegen mußten
die Unterdrückungen der Perser dreihundert Jahre erdulden. Obwohl sie
viele Widerstände erlebten, verbreiteten sie sich so schnell, daß sich
die Anzahl der Christen auf einige Millionen belief, als sich Konstantin
I. zum Christentum bekehrte. Die von Muslimen besiegten Nationen waren
scheinbar nicht gezwungen, den Islam anzuerkennen. Aber unter dem
islamischen Einfluß mußten sie ihre Traditionen entbehren. Außerdem kam
es zu verschieden Feindseligkeiten und ihnen wurden ihre rituellen
Zeremonien verboten. Sie mußten all diese Schwierigkeiten ertragen. Das
war nichts weiter als Zwang, wodurch man innerlich versuchte, daß die
Christen den Islam anerkannten. Zum Beispiel; es wurde mitgeteilt, daß
zur Zeit des Kalifen Omar mehr als viertausend Kirchen niedergerissen
wurden. Kein Wunder, daß sich tausende von Unwissenden, die habgierig und
ohne Beschützer waren, in damaliger chaotischer Zeit gegen Amt und Geld
zum Islam bekehrten. Daß sich der Islam auf diese Weise ausbreitete,
gleicht dem, daß manche Welteroberer wie Alexander, der Große,
erschienen. Daß die Muslime große Gebiete eroberten, ist kein Hinweis,
daß der Koran ein himmlisches Buch ist. All diese islamischen Eroberungen
und Taten gefielen sogar den Christen nicht, die unter der
Schutzherrschaft der Muslime lebten. Jedoch die Aufforderung an die
Perser, sich zum Christentum zu bekehren, war wirkungsvoller. Denn heute
gibt es sogar keine kleinste heidnische Gesellschaft in Europa. In
islamischen Ländern dagegen leben viele Christen. Weil die Juden das Christentum ablehnten, gerieten sie in Gottesplagen.
Sie wurden verflucht, aus ihrem Land vertrieben und überall auf der Welt
verjagt. Gerieten auch die Christen vielleicht in solche Plagen, weil sie
den Islam ablehnten? Während es heute 150 Millionen Muslime auf der Welt
gibt, ist die Anzahl der Christen mehr als 300 Millionen. Die himmlische
Religion gebietet Mäßigung und Gerechtigkeit. Ein vollkommener Glaube
mit dazugehöriger Frömmigkeit ermöglicht das Glück zu haben, sich
Gott, zu nähern. Eine solche Religion verursacht, daß ein an sie
glaubendes Volk aufsteigt und geistig und körperlich glücklich lebt. Das
steht außer allem Zeifel. Wenn das Christentum mit dem Auftreten des
Islams seine Geltung verloren hätte, würden die islamischen Länder
geistig und körperlich besser als andere Länder geworden sein. Das
Herkunftsland des Islams ist jedoch Arabien, das zu der Zeit des Propheten
Muhammed unter islamische Herrschaft kam. Später beherrschten die Muslime
in den Zeiten der ersten Kalifen viele reiche Länder auf der Welt. Aber
leider ist dieses Reichtum in kurzer Zeit verlorengegangen. Heute leben
die Araber in Armut. Die meisten islamischen Länder sind
heruntergewirtschaftet und können keinen Ackerbau treiben. Die Muslime,
die in diesen Ländern leben, stehen dem Reichtum, dem Aufbau und der
Zivilisation fern. In der Wissenschaft und Kunst benötigen sie die Hilfe
Europas. Selbst wenn sie einen Ingenieur brauchen, lassen sie ihn von
Europa kommen. Ihre Jugendlichen werden von christlichen Ausbilder über
Marine- und Militärwesen ausgebildet. Die meisten von den muslimischen
Soldaten gebrauchten Waffen, die von Gelehrten und Verfassern benutzten
Papiere und die von ihnen, als Kinder oder Erwachsene, benötigten Anzüge
und Gegenstände sind in christlichen Ländern erzeugt worden. Kann jemand
dies leugnen? Die von muslimischen Soldaten benötigten Waffen werden von
Europa importiert. Denn Europa ist aufgrund des Christentums hinsichtlich
der Bevölkerung, Schulung und Staatsführung und des Wohlstands
entwickelt. Die Christen haben moderne Schulen, Krankenhäuser und soziale
Einrichtungen gegründet. Nun verbreiten sie in anderen Ländern das
Christentum, indem sie dort auch derartige Einrichtungen gründen,
Ausbilder und Bücher senden. Die Muslime aber bemühen sich nicht darum,
daß Christen und Götzendiener den Islam anerkennen, indem sie Millionen
von Koranübersetzungen, ihre Gelehrten und diejenigen, die Aufforderung
zum Islam überbringen, nicht hinaus senden. Wenn das Christentum mit dem
Erscheinen des Islam ungültig geworden wäre, würden die oben
angegebenen Angelegenheiten nicht wahr geworden sein...” ANTWORT: Die
Behauptungen der christlichen Missionare, daß das Christentum seine
Geltung nicht verloren hätte und gegenüber dem Islam besser gewesen wäre,
kann man wie folgt zusammenfassen: die schnelle Ausbreitung des
Christentums, daß die Juden in Schicksalschlägen gerieten aber nicht die
Christen, daß der Islam durch Kampf, das Christentum aber durch Mitleid
verbreitet wurde, daß die Anhänger des Islam die Mehrheit besitzen, daß
die christlichen Länder mächtiger, industrieller, reicher und bebauter
als die islamischen Länder sind, daß es in Europa keine Götzendiener,
in islamischen Ländern dagegen überall Christen und Juden gibt. Für
die erste Behauptung “die schnelle Verbreitung des Christentums: genügen
die Äußerungen des Pastors Sale, eines Historikers des Christentums und
ein Übersetzer des heiligen Korans. [George Sale, ein britischer Christ,
geboren 1149 (1736 n.Chr.). Er übersetzte den heiligen Koran 1734 ins
Englische. Im Vorwort seiner Übersetzung erklärte er den Islam ausführlich.
Das ist die erste Übersetzung des heiligen Korans in europäischer
Sprachen.] In dieser Übersetzung, die 1266 (1850 n.Chr.) gedruckt wurde,
steht folgendes: “Vor der Hedschra gab es in Medina kein Haus, in dem
kein Muslim war. D.h. der Islam gelang in alle Häuser in Medina. Wenn
jemand behauptet, der Islam hätte sich durch Kampf ausgebreitet, wäre es
Unwissenheit und eine unbegründete Bezichtigung. Denn es gibt viele Länder,
die mit einem solchen Kampf nicht zu tun haben. Daß sie sich zum Islam
bekehrten, ist deswegen, weil der heilige Koran Zuneinung bei ihnen
erweckte.” Für
die Tatsache, daß sich der Islam nicht durch Kampf verbreitete, gibt es
viele Beweise. Z.B.: Ebu Ser-i Gifarî, sein Bruder Unejs und deren ehrwürdige
Mutter Ümmü Ser, Friede sei mit ihnen, gehörten zu den ersten Menschen,
die sich zum Islam bekehrten. Später, durch die Aufforderung von Ebu
Ser-i Gifarî wurde die Hälfte des Stamms Benî Gifar Moslem. Im zehnten
Jahr des Prophetentums St. Muhammeds, Friede sei mit Ihm, wanderten
hunderteins Gefährten, 83 davon sind Männer und 18 Frauen, aus Mekka in
Äthiopien ein. Außerdem blieben veile Seiner Gefährten in Mekka. In
dieser Zeit wurden zwanzig Christen aus Nedschran Moslem. Dimad-î Esdî
wurde vor dem zehnten Jahr des Prophetentums gläubig. Tufejl ibni Amr
wurde mit seinen Eltern und Geschwistern vor der Hedschra Moslem. Durch
Unterhaltung von Mus’ab bin Umejr, Friede sei mit ihm, wurde der
Stamm Benî Sechl aus Medina gläubig. Alle Bewohner Medinas, außer
Amr bin Sâbit wurden vor der Hedschra gläubig. Nur Amr, Friede
sei mit ihm, wurde nach dem Kampf Ohod Moslem. Die Beduinen in Nedsch und
Jemen wurden auch Muslime. Nach der Hedschra kam Burejdet-ül Eslemî,
Friede sei mit ihm, mit zweiundsiebzig Personen und alle wurden gläubig.
Auch Nedschaschî, der König von Äthiopien, wurde gläubig. [Könige von
Äthiopien nannte man Nedschaschî. Der Nedschaschî, der zu der Zeit des
heiligigen Propheten lebte hieß Eshame. Er war Christ und wurde
Moslem.] Ebu Hind, Temîm, Naîm und ihre Verwandten und andere vier
Personen sandten dem heiligen Propheten Geschenke mit Bestätigung Seines
Prophetentums und wurden Muslime. Durch Predigte und Unterhaltungen des
heiligen Propheten, des Geliebten ALLAHs, des Erhabenen, und durch Zuhören
des heiligen Koransrezitierens, des heiligen Buches, des Islams, das alle
bewundern, belief die Anzahl der Muslime vor dem Kampf Bedr einige
tausend. Die Anzahl der Änhanger des heiligen Propheten Jesus dagegen
betrug nach der Berechnung der Bibel einige hundert. Nach christlichem
Glauben wäre die Anzahl der Anhänger nur fünfhundert, die nach dem Tod
des Propheten Jesus gläubig geworden waren, indem sie wunderbare Dinge
erlebt hätten. [Nach islamischem Glauben wurde der heilige Prophet Jesus
weder getötet noch gekreuzigt. ALLAH, der Erhabene, erhob ihn zum
Himmel.] Im
Buch Kýsas-ý Enbijâ[7]
(Geschichte der Propheten) steht, daß die Anzahl der muslimischen
Soldaten zwölftausend war, die im achten Jahr die heilige Stadt Mekka
eroberten, und daß sich mehr als dreißigtausend Muslime aus Medina an
dem Kampf Tebuk beteiligten und daß mehr als einhunderttausend Muslime
bei der Abschiedspilgerung anwesend waren. In
allen betreffenden Büchern steht, daß sich die Anzahl der Gefährten des
heiligen Propheten, welche die Ehre erwarben, Ihm geglaubt zu haben, zu
Seinen Lebzeiten auf hundert vierundzwanzigtausend belief. Nach dem Tod
des heiligen Propheten fand das Geschehen Müssejlemet-ül-kes-sâb statt:
St. Ebû Bekr-i Sýddîk, der erste Kalif, Friede sei mit ihm, zog mit
einer Truppe von mehr als 12000 Mann auf Mussejlemet-ül kes-sâb und
seine Anhänger. Bei diesem Kampf fanden mehr als siebzig Koranrezitierer
den Marthyrertod. Sollte es unter der Regierung eines Kalifen, der zu
einem nahen Ort eine Truppe von 12000 Mann senden konnte, nicht
dementsprehend eine Bevölkerung geben? Die Vernünftigen sollten
vergleichen, ob das Christentum oder der Islam schneller und weiter
verbreitet wurde! St.
Omar, der zweite Kalif, Friede sei mit ihm, eroberte in drei-vier Jahren
nach dem Tod des heiligen Propheten Ägypten, Palestina, Syrien und
Anotalien bis Konya und das Gebiet von Iran bis Indien, indem er ein Heer
von vierzigtausend Mann sandte. Die meisten von der Bevölkerung dieser Ländern
wurden gläubig, indem sie die islamische Gerechtigkeit und Sittlichkeit
erlebten. Diejenigen, die in ihren falschen Religionen nämlich im
Christentum, Judentum und Mazdaizmus, blieben, waren sehr gering. Mit Übereinstimmung
der Historiker wurde berichtet, daß sich die Anzahl der Muslime in den
islamischen Ländern in einer kurzen Zeit wie, zehn Jahren, zwanzig bis
dreißig Millionen belief. Nach Behauptung der christlichen Missionare
bekehrte sich Konstantin I. jedoch dreihundert Jahre, nach dem heiligen
Propheten Jesus, zum Christentum. Mit Hilfe und Zwang dessen konnte sich
die Anzahl der Christen nur auf sechs Millionen belaufen. Wenn man nun
diese Angaben miteinander vergleicht, kann man feststellen, welche von
beiden Religionen schneller verbreitet wurde. Die
Behauptung, “daß sich der Islam durch Kampf verbreitete”, ist auch
unbegründet. Es ist folgendermaßen: St. Omar, Friede sei mit ihm,
pflegte in Ländern, die er eroberte, den Christen die Freiheit zu geben,
entweder, sich zum Islam zu bekehren oder als Christen Tribut zu zahlen.
Und sie zogen vor, was sie mochten. Das, was sie als Tribut zahlten, war
so gering, daß es für die Christen keinesfalls als Zwang bezeichnet
werden darf. Diejenigen, die Tribut zahlten, behandelte man mit
Gerechtigkeit und Gleichheit wie Muslime und gab ihnen ihre
Anbetungsfreiheit und ihre Ehre und Güter wurden genau so geschützt wie
die der Muslime. Gegen diesen minimalen Tribut, den sie einige Male im
Jahr zahlten, wurden ihre Religion, ihr Leben, ihre Rechte und Güter
geschützt. Kann es Menschen geben, welche diesen Tribut nicht zahlen
wollten und aus diesem Grund die Religion ihrer Vorfahren verlassen haben? [Im
Buch “Herkese Lâzým Olan Îmân” (Islam und Christentum) steht wie
folgt: Schiblî Numanî war Geschichtsprofessor, Verfasser des berühmten
Buches el-Intikad (Die Kritik)
und Vorsitzender der Beratungskommission der Gelehrten aus Indien namens Nedvet-ül
Ulemâ, gestorben 1332 (1914 n.Chr.). Sein Buch El-Fârûk
(Der Entscheidende), das er in Urdu verfaßt hatte, übersetzte die
Mutter von Essedullah Hân, Schwester von Nâdir Schach, dem Herrscher von
Afghanistan, ins Persische. Im Auftrag des Schachs Nâdir wurde es 1352
(1933 n.Chr.) in der Stadt Lahore gedruckt. In diesem Buch auf Seite 182
steht folgendes: Als Ebu Ubejde bin Dscherrâch, Kommandat des islamischen
Heeres, das mächtige Heer des byzantinischen Kaiser Heraklius[8]
besiegte, ließ er in jeder Stadt, die er eroberte, durch Vermittler
Befehle St. Omars, des Kalifen, Friede sei mit ihm, ausrufen Nach der
Eroberung der Stadt Homs in Syrien verkündigte er das Folgende: “O ihr
Byzantiner! Mit Hilfe ALLAHs, des Erhabenen, haben wir im Auftrag unseres
Kalifen Omar auch diese Stadt erobert. Ihr alle seid in euer Handlung,
Anbetung und im Handel frei. Euer Leben, eure Ehre und eure Güter sind
vor jeder Gefahr sicher. Auch euch wird man die islamische Gerechtigkeit
verschaffen. All eure Rechte werden geschützt. wie wir die muslimischen
Untertanen gegen feindliche Angriffe schützen, werden wir denselben
Dienst auch für euch erweisen. Wie wir gegen unseren Dienst Armensteuer
von Muslimen nehmen, fordern wir, daß ihr einmal im Jahr einen Tribut
zahlt. Das ist uns ein Gebot ALLAHs, des Erhabenen, euch Dienst zu
erweisen und einen Tribut dafür zu erheben!” [Betrag dieses Tributs ist
für Ärmere vierzig, für Mittelstand achtzig und für Reiche
hundertsechzig Gramm Silber oder dessen Korn- bzw. Güterwert. Man darf
nicht den Frauen. Kindern, Kranken, Armen, Alten und Geistlichen einen
Tribut auferlegen.] Die Bewohner Homs brachten gerne Habib bin Müslim dem
Beamten im Staatsschatz ihren Tribut auf. Als man erfuhr, daß Heraklius,
der Kaiser von Byzanz, ein großes Heer aufstellte und sich vorbereitete,
um Antiochia anzugreifen, wurde beschlossen, daß sich die Truppe in Homs
an dem Heer in Jermuk anschließen sollte. Ebû Ubeyde, Friede sei mit
ihm, ließ durch Vermittler den Stadtbewohnern verkünden: “O
christliche Untertanen! Ich versprach euch zu dienen und euch zu schützen.
Dafür zog ich von euch Tribut ein. Nun aber habe ich im Auftrag des
Kalifen meinen Glaubensbrüdern zu helfen, die gegen Heraklius kämpfen
sollen. Deswegen kann ich mein Wort für euch nicht halten. Nehmt ihr alle
daher euren Tribut zurück, den ihr dem Staatsschatz gezahlt habt. Eure
Namen sind mit euren Tribut im Register eingetragen!” In den meisten Städten
in Syrien ist es auch so geschehen. Die Christen, die diese Gerechtigkeit
der Muslime erlebten, weinten vor Freude und feierten, sich von der
Unterdruckung, des byzantinischen Kaisers, die seit Jahren dauerte,
befreit zu haben. Die meisten wurden aus freiem Willen Muslime. Sie
treibten freiwillig Spionage gegen byzantinische Heere für die
islamischen Heere. Auf diese weise erfuhr Ebû Ubeyde, Friede sei mit ihm,
eine jede Bewegung der Heere Heraklius pünktlich. Den großen Sieg Jermuk
gewann er mit Hilfe der Spionage der Bevölkerung. Die Ausbreitung des
Islams und das Gründen der islamischen Staaten wurde niemals durch
Angriffe bzw. Zwang verwirklicht. Der wichtigste Grund dafür war Glaube,
Gerechtigkeit, Rechtschaffenheit und die Opferbereitschaft der Muslime.] Seit
einem Jahrhundert zogen die Russen selbst für Kinder und arbeitsunfähige,
alte Muslime in Kasan, Usbekistan, Krim, Daghestan und Turkestan, die sie
besetzt hatten, eine Goldmünze pro Kopf im Jahr ein. Außerdem waren die
Muslime gezwungen, Russisch zu lernen, Russisch zu sprechen und Militärdienst
zu erweisen. Trotz all dieser Unterdrückungen bekehrten sich die Muslime
in Russland nicht zum Christentum. Nach dem Krimkrieg wurde ein
Friedensvertrag geschlossen, daß die im Osmanischen Gebiet gebliebenen
Christen in Russland und die in Russland ansässigen Muslime in die Türkei
einwandern durften. So wanderten mehr als zwei Millionen Muslime in die Türkei
ein. Die im Osmanischen Gebiet wohnhaften Christen wollten jedoch nicht in
Rußland einwandern, obwohl Russland denen, die einwanden würden, 20
Rubel pro Kopf als Reisekosten zu zahlen versprach, da sie unter der
Osmanischen Regierung alle Rechten und Freiheiten besaßen und an das
Versprechen der russischen Regierung nicht glaubten. Die
Behauptung, daß St. Omar, Friede sei mit ihm, 4000 Kirchen hätte
niederreißen lassen, ist eine gemeine Verleumdung, die allen historischen
Wahrheiten widerspricht. Nach der Übermittlung der christlichen
Historiker sollen die Christen St. Omar, Friede sei mit ihm, gesagt haben,
als er Jerusalem eroberte: “Wählt euch eine unserer Kirchen als
Gotteshaus aus!” St. Omar, lehnte diesen Vorschlag ab. Das erste Gebet
verrichtete er außerhalb der Kirche. Er ließ den “heiliges Heim”
genannten Ort, der seit Jahren als Müllplatz gebraucht worden war,
reinigen und darauf eine große und schöne Moschee bauen. Wie
sich die Muslime den Christen und den Juden gegenüber verhalten sollten,
wurde von dem heiligen Propheten Muhammed persönlich mitgeteilt, Friede
sei mit Ihm, indem Er den an alle Muslime gerichteten folgenden Brief
schreiben ließ. Das Original dies Briefes steht im ersten Band des Buches
“Medschmû’a-i Münscheât-üs-salâtin” auf Seite
dreißig von Ahmed Feridun Beð[9].
Die Übersetzung des Briefes ist wie folgt: (Diese Schrift ließ sich von Muhammed, dem Sohn Abdullahs,
niederschreiben, um Sein Versprechen für alle Christen zu verkünden. Er
ist der, den ALLAH, der Erhabene, als Gnade sandte und daß ER es als
Freudenbotschaft berichtete und durch Ihn die Menschen vor SEINER Strafe
warnte und Ihn zum Vertrauenwürdigsten für alle Menschen machte. Nun ließ
Muhammed, Friede sei mit Ihm, diese Schrift schreiben, um zu bestätigen,
daß Er allen Nichtmuslimen Sein Versprechen gab. Wer, sei es ein Sultan
oder ein anderer, gegen dieses Versprechen handelt, widersteht ALLAH, dem
Erhabenen, verachtet SEINE Religion, und so wird der Fluch ALLAH, des Allmächtigen
gegen ihn gerecht sein. Wenn christliche Geistliche oder Wanderer auf
einem Berg, in einem Tal oder in einer Wüste oder dergleichen Diät
halten, um anzubeten, so habe ich mit meinen Gefährten und meiner Nation
alle Forderungen an sie aufgehoben. Sie sind unter meinem Schutz. Sie sind
entschuldigt von allen Steuern, welche die christlichen Untertanen nach
den getroffenen Abkommen zahlen sollten. Sie sollen keinen Tribut zahlen,
es sei denn, daß sie freiwillig aufbringen, wieviel sie wollen. Ihr sollt
sie niemals zwingen. Ihr sollt ihre Geistlichen nicht vom Amt absetzen.
Ihr sollt sie nicht aus ihren Heiligtümern entfernen. Ihr sollt die
Reisenden von ihnen nicht hindern. Ihre Kirchen sollt ihr nicht niederreißen.
Ihr sollt Gegenstände, die der Kirchen gehören, nicht wegnehmen und
nicht in den Moscheen benutzen. Wer dies nicht einhält, wird dem Wort
ALLAHs, des Erhabenen und SEINES Propheten nicht gefolgt und deswegen gesündigt
haben. Von denen, die kein Handel treiben und nur anbeten, sollt ihr keine
Steuer einziehen, wo sie auch immer gewesen seien. Deren Schulden schütze
ich in See und zu Lande, im Osten und im Westen. Sie sind unter meinem
Schutz. Ich habe ihnen meine Genehmigung gegeben. Ihr sollt von den
Christen, die auf Bergen leben und anbeten, keinen Tribut aus ihren Ernten
einziehen und keinen Steuer für die Staatskammer errechnen. Denn ihre
Landwirtschaft wird nur zum Leben und nicht zum Gewinnen getrieben. Zum
Kampf sollt ihr keinen Mann von ihnen verlangen, falls ihr es benötigt.
Als Einkommensteuer sollt ihr nicht mehr als vierzig Gramm Silber im Jahr
erheben, wieviel Vermögen sie auch immer haben. Ihr dürft sie nicht
zwingen, etwas zu tun. Wenn ihr benötigt mit ihnen zu besprechen, so
sollt ihr mitleidig und gütig gegen sie handeln! Ihr sollt sie immer mit
Milde und Barmherzigkeit schützen! Wo sie auch immer seien, handelt nicht
ungerecht gegen christliche Frauen, die mit einem muslimischen Ehemann
verheiratet sind! Hindert sie nicht, in die Kirche zu gehen und nach ihrer
Religion anzubeten. Wer diesem Gebot ALLAHs, des Erhabenen nicht gehorcht
und widersteht, wird zu den Rebellen zählen, die gegen die Gebote ALLAHs,
des Erhabenen und SEINES Propheten rebellieren. Ihr soll ihnen helfen, um
ihre Kirchen zu restaurieren. Dieser Vertrag ist bis zum Tage des
Weltuntergangs gültig und wird unveränderlich bleiben; niemand darf
gegen diesen Vertrag handeln!) Dieser
Vertrag ist im zweiten Jahr der Hedschra am dritten Tag des Monats
Muharrem von Ali “Friede sei mit ihm” in der Moschee des heiligen
Propheten in Medina niedergeschrieben worden. Unterschriften
Wir
möchten nun die Begnadigung, die St. Omar, während seines Kalifats dem
Volk von Ilia sandte, darlegen. (Ilia ist der Name den die Christen dem
Propheten Elyesa und auch der Stadt Jerusalem gaben.) Dies ist der
Garantiebrief, den der Khalif der Moslems Omar bin Hattab dem Volk von
Ilia geschickt hatte. Er umfasst ihr Leben, ihre Exsistens, ihre Kirchen,
ihre Kinder, ihre Kranken und Gesunden, so wie auch die anderen Völker: Die
Moslems werden nicht gewaltsam in ihre Kirchen eindringen, diese weder
beschädigen, noch zerstören. Nichts wird beschlagnamt werden, sei es
auch nur ein Getreidekorn. Kein Moslem wird mit Gewalt ihre Religion oder
ihre Gebetsformen ändern, oder sie gar mit Gewalt zum Islam zwingen. Kein
Moslem wird ihnen auch nur den gerinsten Schaden zufügen. Möchten sie
freiwillig das islamische Land verlassen, so ist ihr Leben, ihr Vermögen
und ihre Ehre, bis zu ihrem Zielort in Gewahrsam. Doch wenn sie in diesem
Land weiterhin leben möchten, so werden sie in Sicherheit leben, nur müssen
sie Tribut zahlen, wie es auch vom Volk von Ilia gefordert wird. Jene vom
Volk von Ilia, die mit dem Volk von Byzanz mit ihren Familien und Eigentümern
übersiedeln und ihre Kirchen und andere Gebetsstätten evakuieren wollen,
deren Leben, Eigentümer, Kirchen und Gelder werden in Gewahrsam sein. Von
denen die nicht einheimisch sind, wird bis zum Getreideanbau keine Steuer
eingezogen, auch wenn sie bei uns bleiben oder aussiedeln. Die Gebote
ALLAHs, des Erhabenen und SEINES Propheten und das Versprechen aller
Kalifen des Islam und der moslemischen Gemeinschaft lautet, wie es in
diesem Vertag eingetragen wurde.
Auf
Seite 67 des dritten Bandes seines Geschichtsbuches berichtet Taberi:[10]
[Während dem Kalifat St. Omars ’Friede sei mit ihm’ wurde Musenne bin
Harise, ein Gefährter des heiligen Propheten, ’Friede sei mit ihm’
als Komandant des islamischen Heeres beauftragt auf Iran zu marschieren.
Die Anzahl der schmächtig bewaffneten islamischen Soldaten war minder, da
während den vorigen Schlachten viele von ihnen gefallen waren. In diesem
Zustand erreichte sie den Ort Büvyde, wo die Schlacht stattfinden sollte.
Das Heer ihrer Feinde war zu ihrem Gegensatz groß, überlegen bewaffnet
und mit Elephanten verstärkt. Musenna bin Haris wante sich an die
nahewohnenden Christen und bat sie um Hilfe. Sie alle waren zur Hilfe
bereit und ein junger Mann namens Hamus meinte sogar, man solle ihm den
Komandanten des iranischen Heeres zeigen. Als man dies tat, ritt er direkt
auf ihn zu und schoss sein Pfeil ab, der dem Komandanten das Leib
durchdrang, sodaß dieser leblos zu Boden fiel.] Sowie es in diesem Text berichtet wird, hegten die Christen dieses Jahrhunderts keine Abneigung zu den Moslems, die nie mit Gewalt und Feinschaft gehandelt hatten. Im Gegensatz, sie hielten zu den Muslimen und halfen ihnen um ihr Leben, ohne dafür eine Auszahlung zu fordern. Es kam sogar oft vor, daß die Christen sich mit den Muslimen verbündeten und gegen die Tyranen ihrer eigenen Religionsbrüder kämpften. Während den zahlreichen Schlachten, die das byzantische Reich mit dem osmanischem Reich führten, enstanden oft derartige Zustände. Für jene, die sich mit der Geschichte beschäftigen, ist dies eine wohlbekannte Tatsache. Die Protestanten stellten als Beweis für die Überlegenheit des Christentums gegenüber dem Islam |